Produkt: Schnittkonstruktion 2010
Schnittkonstruktion 2010
Schnittkonstruktion 2010

Schnittkonstruktionen für Kochjacken

Starkoch Johan Lafer in grauer Kochjacke
Qualitative Zutaten und feinstes Handwerk – In der Sterne-Küche muss alles bis ins kleinste Detail sitzen. Dieses Prinzip trifft  auch auf Johann Lafer’s Arbeitskleidung zu. (Bild: Peter Hönnemann)

Dressed to cook –  Die Kochjacke – mehr als nur eine Uniform für die Küche. Mittlerweile ist sie auch das Aushängeschild für Kochstars mit Modebewusstsein. In diesem Beitrag erfahrt ihr viele interessante Fakten über die Arbeitsjacke des Kochs. Außerdem geben wir hier einen kleinen Einblick in die Schnitt-Technik für Kochjacken.

Berufsbekleidung Kochjacke

Seit Jahren erlebt der Beruf Koch einen Wandel. Die Zeiten haben sich geändert und die Herrscher über den Herd präsentieren sich gerne in erster Front – bei TV-Kochshows, öffentlichem Show-Cooking in Sterne-Restaurants oder auch auf Empfängen und Koch-Events. Aber egal ob prominent oder einfach nur gut im eigenen Fach: Die Frage nach der richtigen Berufsbekleidung spielt eine immer größere Rolle. Natürlich sollte die Kochjacke einerseits stets den funktionalen Ansprüchen genügen, aber auf der anderen Seite kann und sollte sie auch modisch sein. Köche sind häufig Individualisten und da kommt es auf die Details an…

Schnitt-Technik Kochjacken

Anleitungen zur Schnittkonstruktion von vier verschiedenen Kochjacken.

15,80 €
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Wer also im Medienzeitalter als Koch erfolgreich sein möchte, sollte dabei auch gut aussehen. Sternekoch Johann Lafer hat das schon lange erkannt. Durch Kochsendungen wie »Himmel und Erd«, »Genießen auf gut deutsch« oder »Lafer! Lichter! Lecker« wurde er für das breite Publikum bekannt. Der gebürtige Steirer blickt auf eine über 40 jährige kulinarische Karriere zurück. Bereits in seiner Kindheit lernte er auf dem Bauernhof seiner Eltern die Produkte der Natur zu schätzen und achtsam zu verarbeiten. Das beweist der Meister seines Fachs nicht nur in zahlreichen TV-Serien, Büchern, Magazinen, sondern auch in seinem Restaurant Val d’Or auf der Stromburg. Lafer genießt seinen Job – und möchte dabei gut aussehen. Mittlerweile haben sich so einige Kochjacken in seinem Kleiderschrank angesammelt: insgesamt besitzt er über 100 Stück und es ist alles dabei – von klassisch weiß bis farbig, Einreiher und Zweireiher. Er sammelt sie ein bisschen wie Trophäen, denn sie erinnern ihn an frühere Stationen seines Kochlebens. »Ich lege Wert auf gutes Design. Meine Jacken sollen stylisch und modern sein. Ich liebe hochwertiges, leichtes Material und trage mittlerweile vermehrt dunkle Stoffe, da sie schick und auch unempfindlicher sind«, verrät der Fernsehkoch.

Jahrzehntelang sahen Kochjacken immer gleich aus. Lafer trug früher klassische Jacken: weiß, untailliert und gut zu waschen. »Mittlerweile kann ich ein Wörtchen mitreden und bin in der glücklichen Lage, dass gerade eine Kollektion mit Kochjacken von der Chefdesignerin der Firma van Laack umgesetzt wird. Sie hat die Modelle nach meinen Vorstellungen entworfen und entwickelt«, berichtet Lafer stolz. Er mag Details wie feine Paspelierungen und elegante Schnitte. Auch soll seine Kochjacke einen eleganten Eindruck machen. Eine schicke Knopfleiste komplettiert alles.

»Die Kochjacke ist auch ein Statement und wirkt für meine Mitarbeiter identitätsstiftend«, berichtet er. Die Details müssen stimmen, wenn sich die Jacken im Alltag bewähren sollen. »Die Baumwolle braucht eine bestimmte Stärke, damit sie standfest bleibt und nicht wie früher gestärkt werden muss«, erklärt er weiter. Obwohl sie extrem beansprucht werden, müssen sich die Jacken angenehm tragen lassen. Der Stoff sollte also so fein sein, dass er auf nackter Haut bequem ist; gleichzeitig aber auch pflegeleicht und bei 90 Grad waschbar sein, sagt Lafer. Kurz geschnittene Stehkragen schließen für ihn die Jacke schnörkellos zum Hals ab. Und übrigens: Unter den Achseln seiner Arbeitsjacken befinden sich kleine Löcher, damit die Luft dort zirkulieren kann. »Da ein Arbeitstag lang ist, sollte man sich den ganzen Tag darin wohlfühlen.«

Die praktischen Funktionen der Kochjacke

Vier verschiedenen Modelle der Kochjacken zum konstruieren der Schnittmuster
Von der klassischen Kochjacke bis zur Bartender-Jacke: Schnittkonstruktionen für verschiedenen Modelle findet Ihr in dem E-Dossier Kochjacken.

Früher konnte man an den Knopfleisten die Hierarchie ablesen:

  • Lehrlinge trugen weiße und Facharbeiter schwarze Knöpfe.
  • Fachkräfte mit blauen Knöpfen arbeiteten oft in der »kalten Küche«
  • die mit roten Knöpfen waren meist für die Zubereitung von Pfannengerichten aller Art zuständig (»Saucier« oder der »Rotisseur«)
  • Personen mit grünen Knöpfen an der Jacke waren so genannte »Entremetiers« (»Beilagenköche«).

Heutzutage allerdings deutet die Knopffarbe nur noch selten auf die Rangordnung und die Aufgabenverteilung in der Küche hin.

Dennoch haben die Knöpfe Vorteile. Lafer liebt die herausnehmbaren, da sie sich mit dem Logo oder Namen eines Restaurants verzieren lassen und – je nach Einsatzort – schnell austauschbar sind. Zudem lassen sich die Jacken dann mit herausgenommenen Knöpfen in der Reinigung besser durch die Mangel drehen.

Der typische zweireihige Schnitt einer Kochjacke ist ebenfalls mehr als eine Modeerscheinung. Der praktische Sinn dahinter:

Wenn die Frontpartie verschmutzt ist, kann man die Kochjacke umknöpfen und die saubere auf der verschmutzen Seite tragen. So ist der Koch stets einwandfrei und hygienisch gekleidet. Praktisch sind aber auch Jacken, die sich komplett wenden lassen, zum Beispiel von grau auf weiß. Wenn es in der Küche heiß her  geht, sind lange Ärmel wichtig. Sie schützen vor berufsbedingten Gefahren wie Verbrennungen durch beispielsweise heiße Dämpfe, Spritzer oder Ähnliches.

4 Fakten über die Kochjacke

  • Sie kühlt – schwere Baumwolle schützt vor Hitze in der Küche.
  • Sie schützt – lange Ärmel schützen vor Verbrennungen über dem Herd oder am Ofen.
  • Sie verbindet – sie ist identitätsstiftend und ein Markenzeichen
  • Sie ist pflegeleicht – bei 90 Grad waschbar

Schnittkonstruktion für Kochjacken

Schnittkonstruktion für den Grundschnitt einer Kochjacke

Das Schnittmuster für die Kochjacke ist aufgrund der Verarbeitung und lockeren Passform etwas vereinfacht, so entfällt der Brustabnäher und das Seitenteil ist gleich an das Vorderteil angelegt. Zugleich stehen für die Verwendung als Berufsbekleidung andere Kriterien im Vordergrund: die Jacke ist insgesamt weiter geschnitten, um bei schweißtreibenden Arbeiten nicht am Körper zu kleben und der Ärmel ist wesentlich flacher konstruiert um eine gute Bewegung zu ermöglichen.

In dem E-Dossier Schnitt-Technik Kochjacken findet Ihr detaillierte Anleitungen zur Schnittkonstruktion von Kochjacken für Herren.

Produkt: Rundschau für Internationale Herrenmode 11-12.2019
Rundschau für Internationale Herrenmode 11-12.2019
Fachzeitschrift für internationale Herrenmode und Schnitt-Technik

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