Über uns

 

Seit 1891 – Aus Tradition stark im Schnitt

Eine Mode kommt, verschwindet, erneuert sich, kehrt wieder. Was bleibt ist der Schnitt. Mode interessiert immer – die ganze Welt und zu allen Zeiten. Vor allem, wenn sich die vielfältigen Stoffe in ihrer Passform anschmiegen wie eine „zweite Haut“.

Das Münchner Gründerunternehmen der heutigen „Rundschau Verlag Otto G. Königer GmbH & Co.KG“ konnte erfolgreich durch alle Stürme der Jahrzehnte geführt werden. Zwei Familiendynastien standen an der Spitze des Traditionsbetriebes. Der Weg von Gründer Michael Müller und Nachfolger Otto Georg Königer samt Familien ist von Arbeit, neuen Ideen, zahlreichen Projekten und vielen Erfolgen, aber auch von Krisen gezeichnet.

Trends oder Modeerscheinungen aller Art sind in raschem Wandel. Doch was wäre die jeweils gültige, stilistische Form eines Kleidungsstückes ohne seinen einwandfreien „Sitz“. Mit der Spezialisierung in Schnitttechnik und passformsicherer Verarbeitung hob sich „M.Müller&Sohn“ als Fachschule von anderen Mode- oder Meisterschulen ab. Darüber hinaus konnte sich das von Michael Müller entwickelte Zuschneidesystem, ein für damalige Zeiten umwälzender Schritt auf dem Gebiet des Zuschnittes, international durchsetzen. Der Zuschnitt nach proportionaler Berechnung ist leicht erlernbar, erfasst die verschiedensten Körperabweichungen genau und ist zeitsparend und einfach anwendbar. Dieses „System Müller“ sichert der Bekleidungsbranche meisterhafte Verarbeitungsmöglichkeiten. Erfreulich ist es, dass in unserer schnelllebigen Zeit ein Traditionsunternehmen wie „M.Müller&Sohn“ durchsetzen und halten konnte.

 

Der Verlag heute

Der mehr als 100jährige Traditionsbetrieb steht heute auf zwei festen Säulen: dem Fachverlag „Deutsche Bekleidungs-Akademie“ München, der regelmäßig Fachbücher, Schnittmuster und eBooks herausgibt und dem Rundschau-Verlag, in dem die beiden Fachzeitschriften „Rundschau für internationale Damenmode“ sowie „Rundschau für internationale Herrenmode“ erscheinen. Diese weltweit eingeführten und anerkannten Modefachzeitschriften für Maßschneider, Designer und Industrie haben als redaktionelle Schwerpunkte die jeweils aktuellen Damen- und Herrenmode-Trends, Modellabbildungen, Fachtechnik mit Schnittkonstruktionen und die beigefügten Schnittmusterbögen. Die Zeitschriften informieren außerdem über wichtige Modeereignisse, die Marktlage und über Neuigkeiten aus den Fachverbänden.

Unabhängig vom Verlag existiert auch weiterhin die Schnittschule Müller & Sohn mit dem Sitz in Düsseldorf.

 

 

Tina Kühner,
Objektleiterin /Art Direktion

baute während und nach ihrem Studium zur Mediendesignerin (BA) mit Schwerpunkt Fashion Branding das Online-Startup FASHIONMAKERY.COM auf. 2018 übernahm Sie dann eine Doppelfunktion als Art Direktorin und Objektleiterin der Marke Müller und Sohn und der Magazine Damen- und Herrenrundschau. Dabei kümmert sie sich um das Editorial Design, sowie den gesamten Auftritt der Marken. Ihr Schwerpunkt ist dabei die digitale Neuausrichtung.

Als Objektleiterin trägt sie die Gesamtverantwortung für den Verlag.

 

 

 

 

Tatjana Weilert,
Chefredakteurin

Seit Juli 2018 ist Tatjana Weilert Chefredakteurin der Damen- und Herren-Rundschau. Damit trägt sie die inhaltliche Verantwortung beider Objekte sowohl im Bereich Print als auch online. Zuvor war Tatjana Weilert in der Rundschau-Redaktion als Volontärin und Content-Editor tätig. Außerdem ist sie staatlich geprüfte Modedesignerin und hat zusätzlich eine Ausbildung als Maßschneiderin absolviert.

 

 

 

 

 

Jasmin Clausen
Leitung technische Redaktion

Jasmin Clausen absolvierte eine dreijährige Ausbildung zur Maßschneiderin mit anschließender Weiterbildung zur Schnitt- und Fertigungsdirektrice an der AMD Hamburg und arbeitete als Schnittdirektrice bei FASHIONMAKERY.COM. Seit 2018 ist sie für die gesamte Schnitttechnik des Verlags verantwortlich. Neben der Funktion als Schnittdirektrice baute sie den Online-Auftritt und die Social-Kanäle von Müller und Sohn auf.

 

 

 

 

 

Lilith-Fynn Beckmann,
Content-Editor

Lilith-Fynn Beckmann ist seit 2012 in der Rundschau-Redaktion tätig. Als Content-Editor ist sie vor allem für die Online Publikation, sowie den Social-Media Kanälen der Rundschau verantwortlich. Lilith Beckmann ist staatlich geprüfte Modellmacherin und Mode- und Kommunikationsdesignerin.

 

 

 

 

 

Zusätzlich arbeiten wir mit über 25 internationalen, freien Autoren zusammen, die uns stets abwechslungsreiche und wissenswerte Inhalte aus der Modebranche liefern.

 

 

M.MÜLLER & SOHN

Was ist ein Schnittsystem/Zuschneidesystem?

Ein Zuschneidesystem dient dazu, die beim Maßnehmen gewonnenen Zahlenwerte, die dem Umfang und der Längsausdehnung des menschlichen Körpers entsprechen, so zueinander in Beziehung zu bringen, dass sich aus diesen Maßen die Körperoberfläche planliegend rekonstruiert. Dabei entstehen die Schnittteile der einzelnen, verschiedenartigen Kleidungsstücke, bei denen neben der perfekten Passform auch der jeweilige Modestil berücksichtigt werden muss.

“Der Drang, dem Zuschnitt von Kleidern auf den Grund zu kommen ist ein alter, und wird durch die anspruchsvolle Kundschaft stets wach gehalten.” – Michael Müller, 1893

 

Original Schnittaufstellung einer Jacke von Michael Müller (Figur 47)

 

 

 

Welche Tradition steckt hinter der Marke?

2018

  • Personelle Änderungen beim Rundschau-Verlag
  • Digitaler Ausbau: neue Website, Social Media Kanäle, neue digitale Produkte und Abo-Konzepte

2008

  • Mag. Gerrit Klein wird Geschäftsführer (Rundschau-Verlag & Ebner-Verlag)

90er Jahre

  • 1990: Sophie Königer verkauft als Alleininhaberin das Unternehmen mehrheitlich an die Verlagsgruppe Ebner Ulm
  • 1991: Dr. Hans Keller Chefredakteur, Heinz Nitschke neuer Geschäftsführer
  • 1992: Herbert Schön Geschäftsführer
  • 1995: Friederike Meyer Chefredakteurin (bis 2018), Frank Sellien Geschäftsführer

 

Rundschau Titel aus den Jahren 1985 und 1992

80er Jahre

  • Kurzlebige Trends beginnen das Modegeschehen zu beherrschen
  • Tochter Sophie Königer übernimmt Geschäftsführung
  • Lorenz Moosbauer (langjähriger Mitarbeiter) übernimmt Direktion und Chefredaktion (bis 1987)

70er Jahre

  • Ab 1972: Jeanswelle überschwemmt Bekleidungssektor
  • Interesse an Couture und Konfektion erlahmt
  • Otto G. Königer muss einige Außenstellen aufgeben
  • Sohn Erwin Königer wird Geschäftsführer, Sohn Rasso Königer Chefredakteur

60er Jahre

  • „Müller & Sohn“ = größte Lehranstalt für das Schneiderhandwerk in Europa
  • Damenmode: Minikleid und Hosenanzug stehen im Zeichen der Gleichberechtigung der Frauen, asymmetrische Formen
  • Herrenmode: legere Herrenmode unter italienischem Einfluss, sportliche Jacken, am Gesäß sehr enge Hosen mit nach unten erweiterten Beinen
  • Die Haute Couture muss die Exklusivität aufgeben und eine Verbindung mit der Textilindustrie eingehen
  • Bedürfnis nach Fertigkleidern verstärkt sich
  • Konkurrenzkampf auf dem Bekleidungssektor wird härter

 

Rundschau Titel aus den Jahren 1953 und 1966

50er Jahre

  • Damenmode: Direktricen und Modelleure beschäftigten mit den verschiedensten Kleidungssilhouetten
  • Herrenmode: deutlicher Trend zur gepflegten Kleidung
  • Textilbranche stellt sich auf die Käufergruppe Teenager und Twens ein
  • Müller & Sohn richtet eine Spezialabteilung für „junge Mode“ ein
  • Nachkriegszeit: Nachholbedarf im Bekleidungsbereich
  • Weitere Außenstellen im In- und Ausland
  • Das „System Müller“ wird für viele Meister- und Modeschulen unentbehrlich
  • Die konfektionierende Industrie benötigt im Zuge der neuen Anforderungen in Mode und Verarbeitungstechnik ein effizientes Zuschneidesystem
  • Friedrich Nieder-Eichholz (Fachlehrer der Zuschneideschule) entwickelt das Müller-System bedeutend weiter; stellt mit einem Team der Zuschneideschule ein praktikables, zeitsparendes Gradierungssystem auf

 

Friedrich Nieder-Eichholz bei der Maß-Nahme

 

Schnittaufstellung Dickbauch-Hose, 1950

40er Jahre

  • Zweiter Weltkrieg konnte durch die umsichtige Leitung von Otto G. Königer ohne große Einbußen überwunden werden
  • 1948: Währungsreform -> das Königer’sche Unternehmen strebt einem erneuten Höhepunkt zu

30er Jahre

  • Technische Bedingungen der Großproduktion werden dominant -> Zahl der auszubildenen Maßschneider geht durch die zunehmende Industrialisierung drastisch zurück, ebenso die Auflagen der hauseigenen Fachbücher und Zeitschriften „Rundschau – Deutsches Schneiderfachblatt für das Herrenschneiderhandwerk“ wie der „Rundschau für die deutsche Damenschneiderei“
  • 1930: Die ersten fotografischen Modebildbeilagen erscheinen
  • 1933: Otto Georg Königer übernimmt die Deutsche Bekleidungs-Akademie, die Schule und den „Rundschau“-Verlag
  • Die Schule und Verlag ziehen ins eigene Haus in die Schwabinger Ohmstr. 15. (Der Verlag hatte bis 2014 seinen Sitz unter dieser Adresse)
  • 1937: Franz Xaver Müller stirbt. Familie Königer setzt die Müller-Dynastie unter altem Firmennamen fort

Rundschau-Verlag und die M.Müller & Sohn-Schule in der Ohmstr.15, München

20er Jahre

  • Die Sportmode wird immer wichtiger
  • Selbst die Haute Couture entlehnt ihre Vorbilder aus der bequemen Kleidung der arbeitenden Schicht
  • Der Rock der Frau verkürzt sich und gibt das Bein frei – eine Revolution!
  • Ende 20er: die neue Schrägverarbeitung führt zu einer interessanten Schnittaufstellung

Anfang 20. Jahrhundert

  • Direktor Müllers Sohn Franz Xaver (Schneidermeister) tritt in den Familienbetrieb ein
  • Neuer Name: „Zuschneideschule M.Müller & Sohn“
  •  Das Geschäft blüht ebenso wie der für die Jahrhundertwende charakteristische Kleiderluxus
  • Die Modewelt steht unter englischem Einfluss. Kleidung richtet sich auf Zweck, Tageszeit und Abwechslung aus
  • Der „Smoking“ wird modern und der Glencheck-Sakkoanzug
  • Erfindung der Bügelfalte -> straffer, korrekter Sitz der Hose
  • Die „neue Sportkleidung“ stellt vermehrte Anforderungen an Schneider und Schittkunst
  • In der Frauenmode setzen sich Blusen, Kostümjacken und Mäntel durch
  • Wichtige Neuheit: Kimonoärmel
  • 1902 Eine eigene Druckerei wird an die Zuschneideschule und den Verlag angeschlossen
  • 1910: Der Gründer Michael Müller tritt aus dem Familienbetrieb aus. Sohn Xaver führt mit großem Engagement das Haus weiter. Sein Bruder Adolf leitet die Druckerei und der dritte Müller-Sohn Josef fungiert als Mitteilhaber
  • Viele Schüler aus dem Ausland reisen nach München, um das „System Müller“ zu erlernen
  • 1912: Otto Georg Königer tritt als Kaufmann dem Unternehmen bei
  • 1914: Michael Müller stirbt. Otto G. Königer lässt von Fachkräften des Schulbetriebs, Lehrbücher, Arbeitsanleitungen für die Herren- und Damenmode laufend auf den neuesten Stand der Mode und Technik bringen
  • 1918: revolutionärer Wendepunkt in der Mode. Die männliche Jugend ist gegen  uniformähnlichen Stil. Knickerbocker, Blazer und Trenchcoat gehören zur täglichen Bekleidung
  • Amerikanischer Modeeinfluss: kurze Sakkos, breiter Übertritt, breite Fassons
  • Zuschneideschule M.Müller & Sohn“ erreicht einen Höhepunkt ihrer Entwicklung
  • Otto G. Königer lässt neben den Zweigniederlassungen in Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Berlin, Frankfurt und Stuttgart weitere Filialen in Wien und Barcelona einrichten

 

Lehrgang 1904

Otto Georg Königer

 

Ende 19. Jahrhundert

  • 1890 – 1910 = Höhepunkt der Schneiderkunst
  • Von England ausgehend, setzt sich die praktische Damenmode durch
  • Das Schneiderkostüm kommt auf
  • Michael Müller (Schneidermeister & Schnittfachmann) leitet mit seiner neu erforschten Schnittmethode eine entscheidende Wende im Zuschnitt ein: Er entwickelt ein Konstruktionssystem für den exakten Zuschnitt
  • Um dieses Zuschneidesystem weiterzugeben -> 1891 Gründung der Zuschneideschule „Deutsche Bekleidungs-Akademie“ München
  • 1894 Angliederung einer Fachzeitschrift mit Modebildern „Die elegante Herrenmode“
  • Das „System der Zukunft“ bzw. das „System Müller“ ist das erfolgreichste Schnittsystem um die Jahrhundertwende: Kein zweites System hat eine so genaue geometrische Aufstellung, die den Körperbau in Schwerpunktlinien zerlegt und die Rundungen, wie verschiedene Haltungen in die Breite und Länge überträgt
  • Das „Müller-System“ wird zur wichtigen Bereicherung des Schneidergewerbes. Es ist noch heute in seinen Prinzipien gültig und marktführend

Wiener Mode, 1890-1910

Passformoptimierung einer Hose nach M.Müller

Moderne Westen, 1895

“System der Zukunft”, erstes M.Müller- Fachbuch

 

Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts

  • Herrenkleidung wird immer mehr zum „Arbeitsanzug“
  • Damenmode erlebt ein zweites „Rokoko“ und „Neubarock“
  • Entstehung der Haute Couture
  • Konfektionsindustrie steht unter dem Zeichen rationeller Fertigung
  • Grundlagen für die Entwicklung der modernen Kleidung werden geschaffen

Mitte 19. Jahrhundert

  • „Hergöttle“ hängen an den Wänden der Schneiderstuben. Diese Papiermodelle lassen einen rohen Zuschnitt großzügig bemessen zu – die Feinabstimmung muss der Schneider bei den Anproben erreichen

 

Michael Müller