Produkt: Schnittkonstruktionen für Jacken und Mäntel
Schnittkonstruktionen für Jacken und Mäntel
Grund- und Modellschnitte, System Müller & Sohn, für Jacken und Mäntel. Durch Variationen sind trendgemäße Veränderungen möglich. 28. Auflage

Liegekragen konstruieren

 

Diese Abbildung dient als Vorlage zur Schnittkonstruktion. Das Foto zeigt einen Liegekragen.(Bild: © CATWALKPIX.COM)

 

Revers- oder Liegekragen können mit einer sogenannten Winkelaufstellung oder mit Rückenanlage entwickelt werden. Welche Konstruktionsmöglichkeit jeweils zu bevorzugen ist, hängt von der Kragenform ab, die es zu erreichen gilt. Dabei sind folgende Kriterien ausschlaggebend:

1. Breite des Kragens
2. Ausmaß und Form der Halslochvergrößerung

 

Diese und weitere wichtige Kragenkonstruktionen finden Sie in dem Fachbuch “DOB Schnittkonstruktion Kleider und Blusen“.

 

Schnittkonstruktionen für Kleider und Blusen

Grund- und Modellschnitte, System Müller & Sohn, für Kleider und Blusen. Durch Variationen sind trendgemäße Veränderungen möglich. 27. Auflage

126,80 €
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Liegekragen in Winkelkonstruktion

Wann ist eine Winkelkonstruktion anzuwenden?

1. Bei hochgeschlossenen Kragenformen bis zu 7 cm Kragenumschlagbreite an der hinteren Mitte
2. Bei Halslochformen mit 0–1 cm Vergrößerung an der Schulter
3. Bei slipon-ähnlichen Kragenformen (oberster Knopf immer offenstehend)

 

Zu sehen ist die technische Zeichnung eines Liegekragens mit Winkelkonstruktion aufgestellt.

 

Abgebildet ist die Schnitt-Technik eines Liegekragens mit Winkelkonstruktion

 

Je nachdem, ob der oberste Knopf des Kleidungsstückes offen oder geschlossen getragen werden soll, an der Senkrechten entweder je nach Kragenbreite 3–4 cm oder 6–7 cm hochstellen. (Bleibt der oberste Knopf immer offen, genügen 3–4 cm, da der Kragen weniger Länge an der Außenkante benötigt; er wird also nicht so rund gezeichnet.) Für die Kragenansatzlinie zunächst zwei gerade Hilfslinien anbringen. Die Ecken abrunden. Den Kragen wie ersichtlich fertigzeichnen. Die Länge der Kragenansatzlinie mit der Halslochlänge vergleichen. Eine evtl. notwendige Längenkorrektur parallel zur hinteren Kragenmitte vornehmen.

 

 

 

 

 

Liegekragen mit eingesetztem Steg

 

Zu sehen ist die technische Zeichnung eines Liegekragens mit eingesetztem Steg.

 

 

 

 

 

Zweiteiliger Kragen

Zu sehen ist die technische Zeichnung eines zweiteiligen Kragens.

 

 

Halslochlänge

Bei Kragen, die auf Winkellinien aufgebaut sind, ist unter dem Begriff Halslochlänge immer die Länge des Halsringes von der vorderen bis zur hinteren Mitte zu verstehen.

 

Mehrweite für Oberkragen und Beleg

Bei den meisten Kragenformen (Ausnahme z. B. Stehkragen) ist der Oberkragen etwas größer als der Unterkragen zu schneiden, was auch für das Beleg der Reversklappe gilt. Diese Mehr- bzw. Rollweite ist einerseits notwendig, um die Naht zu verdecken, und andererseits, damit der Kragen bzw. das Revers ohne Spannung umgelegt werden können. Das Ausmaß der notwendigen Mehrweite ist vom jeweiligen Stoff abhängig. So verlangt ein dicker Flausch wesentlich mehr als z. B. ein dünner Popeline.

 

 

 

 

Liegekragen mit Rückenanlage

Zu sehen ist die technische Zeichnung eines Liegenkragens mit runden Ecken.

 

Wann ist eine Konstruktion mit Rückenanlage anzuwenden?

1. Bei hochgeschlossenen Kragenformen ab 7 cm Kragenumschlagbreite an der hinteren Mitte
2. Bei Halslochformen ab 1 cm Halslochvergrößerung an der Schulter
3. Bei Kragenformen, die in einen Ausschnitt (z. B. eckigen) gearbeitet werde

 

Abgebildet ist die Schnitt-Technik eines Liegekragens.

 

Am Vorderteil das Halsloch vergrößern. An der vorderen Mitte entsteht Punkt Z. Vom vergrößerten Halsloch einen Kreisbogen mit Drehpunkt bei Z zeichnen. Auf dem Kreisbogen zweimal die gewünschte Stegbreite von 2–2,5 cm messen. Die Kragenaußenkante in gewünschter Form gestalten.

Am Rücken das Halsloch vergrößern. An der Schulter um den gleichen Betrag wie am Vorderteil und an der hinteren Mitte um den halben Betrag. Die hintere Mitte nach oben verlängern und zweimal die gewünschte hintere Kragenstegbreite messen (jeweils um ca. 0,5 cm mehr als an der Schulter). Von der neuen Halsspitze parallel zur hinteren Mitte eine Linie nach oben ziehen und zweimal
die Stegbreite des Vorderteiles messen, ergibt Punkt C.

 

Abgebildet ist die Schnitt-Technik eines Liegekragens.

Den Rücken so an das Vorderteil anlegen, dass zwischen B und C 0,5–1 cm Zwischenraum bleiben (hier wird die Länge der Kragenansatzlinie reguliert bzw. dem Halsloch angepasst) und an der Kragenbreite sich Vorder- und Rückenteil 0,5–1 cm überschneiden. Kragenbruch- und die Kragenansatzlinie zeichnen. Die Kragenansatzlinie erhält im vorderen Bereich einen leichten
Linksbogen, dessen Form in entgegengesetzter Richtung der vorderen Halslochform entspricht. Die Kragenaußenkante fertigzeichnen. Die schwarz dargestellte Linie zeigt einen Kragen mit einem kleinen Steg an der vorderen Mitte. Die rechte Abbildungen zeigen die sich in der Kragenansatzlinie unterscheidenden schnittfertigen Kragen.

 

 

Produkt: Schnittkonstruktion 2012
Schnittkonstruktion 2012
Schnittkonstruktion 2012

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