Dessous nähen


Alle Infos rund um Dessous und das Nähen von Unterwäsche findest du hier! Inspirationen und Tipps für Näh-Anfänger und Modeprofis.

Maßgeschneiderte Unterwäsche ist etwas ganz Besonderes und Persönliches. Wie schön, wenn man mit eigenen Ideen oder ausgefallenen Designs anderer seine Dessous so gestalten kann, dass sie exakt passen. Auf dieser Seite findest du nützliche Informationen und Tipps zu Materialien, Passform, Fertigung und Gestaltung sowie Erklärungen der wichtigsten Dessous-Fachbegriffe und weiterführende Links zu Schnittkonstruktionen, Nähanleitungen und Schnittmustern.

Inhalt dieses Artikels:

Welche Materialien und Stoffe eignen sich zum Nähen von Unterwäsche?

Hat man sich für ein Design entschieden, stellt sich die Frage, welche Materialien benötigt werden. Für das Nähen von Unterwäsche kommen in erster Linie elastische Stoffe zum Einsatz, dazu kann man Kurzwaren in farblich abgestimmten Sets kaufen. Die große Auswahl kann zu Beginn dennoch verwirren. Deshalb stellen die folgenden Absätze die wichtigsten Zutaten vor.

Unterwäsche-Typ BH-Top
Trägerband, Ringe und Schieber, Futter und Spitze: Beim Nähen von Unterwäsche (im Bild ein BH-Top) kommen diverse Materialien und Stoffe zum Einsatz.

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Die wichtigsten Zutaten

Ein BH kann aus bis zu 49 Teilen bestehen – dass da weder Gummibänder noch Spitzen einschneiden und kratzen dürfen, versteht sich von selbst. Ein Kurzwaren-Materialpaket für Neulinge in Sachen Unterwäsche nähen enthält in der Regel neun Teile. Die folgende Tabelle gibt den Überblick über diese wichtigsten Zutaten und stellt sie kurz vor.

BH-Bügel
  • gibt der Brust Halt
  • Größe passend wählen
BH-Verschluss
  • mit zwei bis drei Haken und Ösen, Faustregel: je größer die Brust, desto breiter der Verschluss
  • meist als Rückenverschluss
  • Clips als Vorderverschluss
Bügelband Tunnelband für den BH-Bügel
Gummiband
  • als glatter Velours- oder Wäschegummi
  • als Zierlitze mit Zierkante
Ringe und Schieber
  • zum Verstellen von Trägern
  • Größe passend zum Trägerband wählen
Trägerband Träger für Oberteile
Unterbrustgummi Band aus Gummi zur Stabilisierung des Unterbrustbereichs
Verzierungen z. B. Schleifen, Knöpfe, Steinchen, Schalen, Stäbchen

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Die wichtigsten Stoffe

Zum Nähen von Unterwäsche lassen sich prinzipiell alle leichten und elastischen Stoffe verwenden. Es gilt jedoch zu bedenken, dass das Gewebe bzw. seine Elastizität bei der Schnittgestaltung berücksichtigt werden sollte. Ein Dehnungsdiagramm zur Ermittlung der Materialdehnung findest du im Buch „Dessous-Grundwerk“. Wird die Dehnung nicht korrekt ermittelt und infolgedessen ein falscher Schnitt aufgestellt, kann dies negative Auswirkungen auf die Passform haben. Hier ein Überblick der wichtigsten Stoffarten:

Einzugsware unelastisches Futtermaterial für BH-Mittelteil
Charmeuse sehr leichter Futterstoff
elastischer Tüll
  • Außenstoff
  • manche Stücke sind vollständig aus Tüll genäht
  • als Meterware bis 140 cm Breite erhältlich
elastische Spitze
  • Außenstoff
  • manche Stücke sind vollständig aus Spitzenstoff genäht
Mikrofaser
  • Außenstoff
  • manche Stücke sind vollständig aus Mikrofaser genäht
  • oft mit Spitze kombiniert
Powernet
  • Futterstoff
  • erhältlich in drei Stärken, Faustformel: die schwerste Qualität für große Größen

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4 Tipps zum Nähen von Unterwäsche

Worauf sollte man achten, wenn man Unterwäsche nähen möchte? Die vier Tipps in den folgenden Absätzen bieten wertvolle Ratschläge sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene:

  1. Profi oder Anfänger? Die Wahl des richtigen Modells
  2. Der richtige Stoff am richtigen Ort
  3. Die richtige Wahl von Nähmaschine, Nadel und Füßchen
  4. Inspiration für den Schnitt
Unterwäsche-Typ Büstenhalter (BH)
Unterwäsche ist nicht gleich Unterwäsche: Wer sich dem Nähen von Dessous widmen möchte, sollte sich vorab überlegen, wie versiert er im Umgang mit kleinteiligen Schnitten und zarten Stoffen ist. Am schwierigsten ist der BH. Deshalb sollte man sich als Anfänger nicht gleich auf ihn stürzen.

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#1: Profi oder Anfänger? Die Wahl des richtigen Modells

Am schwierigsten zu nähen ist der BH, Neulinge sollten sich deshalb lieber mit einem Slip oder einem Spitzen-Hemdchen oder String an die Materie herantasten. Je nach Gestaltung können natürlich auch diese Stücke mehr oder weniger einfach machbar sein.

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#2: Der richtige Stoff am richtigen Ort

Keine Frage – es sind die Details, die schöne Wäsche ausmachen. Am richtigen Ort platziert, verleihen sie jedem Teil besondere Raffinesse. Als Hingucker eignen sich beispielsweise:

  • Einsätze aus Spitzenapplikationen oder Charmeuse
  • Wäschegummis mit Zierkanten
  • Schleifchen
  • Knöpfe oder Steinchen

An einem Ort gilt jedoch genau das Gegenteil: Der Zwickel einer Unterhose (auch Schrittfutter genannt) sollte aus reiner Baumwolle oder Seide bestehen, egal wie raffiniert das Design auch sein mag. Die Stoffe sind hygienisch, atmungsaktiv und deshalb unverzichtbar an dieser speziellen Stelle. Der Zwickel dient auch zum Schutz vor Reibung durch Nähte oder Spitzenstoffe.

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#3: Die richtige Wahl von Nähmaschine, Nadel und Füßchen

Dehnbare Gewebe sind eine wichtige Zutat für traumhafte Dessous, man muss sich jedoch erst einmal mit ihnen vertraut machen. Wer professionell in Dessous-Produktion gehen möchte, sollte sich unbedingt eine Overlock oder gleich eine richtige Industrie-Nähmaschine mit verstellbarem Differenzialtransport zulegen. Damit sind elastische Materialien leichter zu nähen, sie dehnen nicht aus und können richtig versäubert werden. Anfänger können aber auch mit einer guten Haushaltsnähmaschine Unterwäsche nähen. Hier sollte Stichbreite und Fußdruck einstellbar sein. Bei elastischen Stoffen sollte mit weniger Nähfußdruck und elastischem Stich (z. B. elastischer Geradstich oder Zick-Zack-Stich) genäht werden. Zudem ist die Wahl der Nähnadel sehr wichtig, denn unterschiedliche Stoffe und Gewebestärken erfordern auch passende Nadeltypen. Die Nadel ist für ein sauberes Nahtbild verantwortlich. Im Handwerk wie auch im Hobby gilt also: Ausprobieren und dazulernen!

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#4: Inspiration für den Schnitt

Bei Unterwäsche ist es besonders wichtig, dass sie bequem sitzt und nicht drückt. Dafür sorgt vor allem eine gute Passform. Um Passformprobleme zu vermeiden, ist es essentiell, exakt zu messen, millimetergenau zu zeichnen und den Winkel beim Schnitt korrekt anzulegen.

Anleitung zum richtigen Maßnehmen sowie Maßtabellen für Dessous findest du in dem Buch Dessous-Grundwerk, weitere Infos hier.

Auch Schnitte von der Stange haben das Zeug zum Lieblingsstück. Wer partout kein gutes Schnittmuster findet, sollte sich deshalb einmal überlegen, ob die perfekte Vorlage nicht vielleicht schon längst im eigenen Kleiderschrank auf ihn wartet.

Wer den Schnitt nicht selber erstellen möchte, kann sich auch von unseren fertigen Schnitten inspirieren lassen, wie beispielsweise durch die Schnittmusterbogen für Korsagen.

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Welche Dessous gibt es?

In der Welt der Dessous existieren zahlreiche Begriffe und Formen, manche davon sind nur auf den zweiten Blick zu unterscheiden. Deshalb stellen die folgenden Absätze die wichtigsten Dessous und ihre Bezeichnungen in alphabetischer Reihenfolge vor.

Dessous-Typ Nachtwäsche-Mehrteiler
Stilvoll schlafen: Pyjamas, Schlafanzüge und Nachtwäsche gehören auch zu dem Überbegriff Dessous. Im Bild ein Zweiteiler, bestehen aus Trägertop und Shorts mit transparentem Kimono-Morgenmantel.

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Body Suit

Body Suits sind durchgehend Oberteile – in Blusen-, Pulli- oder Rolli-Form – aus dehnbaren Materialien (Lycra) mit angeschnittener Slipform. Als “Body” werden heute genauso DOB-Modelle wie auch Sportswear oder Wäscheeinteiler modisch aktuell angeboten, zur Wahl stehen beispielsweise:

  • Body Dress
  • Body Shaper
  • Body Shirt
  • Cat Suit
  • Jump Suit
  • Tanktop Body

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Büstenhalter (BH)

Die Abkürzung BH wird als Kürzel für die Miederware Büstenhalter verwendet. Er hat die Aufgabe, die natürliche Büstenform der Frau zu stützen, zu betonen oder zu korrigieren. Für die verschiedenen Wünsche steht ein breites BH-Angebot zur Wahl:

  • Balconnet-BH: unterstreicht seine stark hebende (sexy) Funktion durch formbetonende Einlagen
  • Fond-de-Robe-BH: Spitze wird bis in den angeschnittenen Träger-Bereich optisch edel fortgesetzt
  • Formbügel-BH: flache Formbügel stützen die Büste von unten
  • Minimizer-BH: mit Softcup-Formen, die ein vorhandenes “Zuviel” optisch verkleinern sollen
  • Sport-BH: damit die Beweglichkeit nicht eingeengt wird, stützen Cups die Büste ganz, die Träger verlaufen oft zwischen den Schulterblättern
  • Vorderverschluss-BH: wird vorne durch einen Häkchen-Ösen-Verschluss zusammengehalten, lässt sich einfach öffnen und schließen

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Hemdchen

BH-Hemdchen
  • halblanges Oberteil mit optisch herausgearbeiteter Büstenpartie und Spitzendekolleté
  • hüftumspielende Länge
Brassière
  • französisch für leibchenförmiges Oberteil
  • meist mit breiten, angeschnittenen Trägern, rundem Ausschnitt und kurz unter der Brust endend
Bustier
  • französisch für ein leibchenartiges Oberteil
  • betont die Büste optisch oder ist mit Schnür- bzw. Knöpfchenverschluss garniert
  • immer nabelfrei kurz
Camisole
  • französisch für ein hemdchenartiges Oberteil
  • meist mit schmalen Trägern, schmückendem Ausputz am Ausschnitt und mittellang die Hüfte umspielend
  • als “Suit-Camisoles” mit Mehrzwecknutzen für DOB-Outfits
City Shirt
  • taillenlange bis in den Rockbund reichendes, auch glänzend aufgemachtes Oberteil aus Glanzjersey bzw. wertvoll gemusterten Satinstoffen
  • kann anstelle einer Bluse unter DOB-Jacken “hervorblitzen”
  • Blusenalternative als Mehrzwecknutzen
Spenzer
  • eng anliegendes Jerseyoberteil zum Schlüpfen, meist taillenlang
  • Mehrfachnutzen z.B. für Hallengymnastik oder Wintersport
Unterhemd
  • hüft- bis taillenlanges Jerseyoberteil
  • meist mit Spitzenausputz am Rundhalsausschnitt
  • “Trägerhemd” mit schmalen Trägern
  • “Achselhemd” mit breiten Trägern (bis Vollachsel möglich)

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Höschen

Bloomers
  • originelle, superweite wie gebauschte Short-Anlehnung (à la Robin Hood) mit Taillengummi
  • können witzig gebundene oder gerüschte Beinabschlüsse aufweisen
Boxershorts
  • auch “American Pants”
  • mit Gummibund in der Taille sitzende Shorts, aus meist fließender Webware und oft mit (einrollierten) Seitenschlitzen
  • vom amerikanischen Mode-Designer Calvin Klein inspiriert
French Knickers
  • in der Taille sitzende lose bis glockig fallende Hosenvariante
  • angedeuteter Beinausschnitt oft spitzenverziert
Hüft-Slip
  • auf der Hüfte liegende Slipform mit angedeutetem Beinausschnitt
  • meist aus anschmiegsamen Rundstrickqualitäten
Hot Pants
  • in der DOB-Mode als “Heiße Höschen” bekannt
  • provozierend kurze Shorts
  • von der englischen Mode-Designerin Mary Quandt inspiriert
Jazz Pants
  • Slips mit hohem französischem Beinausschnitt
  • mit breitem Taillenbund
  • oft aus dehnbarem Spitzenstoff (Lycra)
Langbeinschlüpfer
  • den Oberschenkel bedeckendes Hosenteil
  • meist aus anschmiegsamer Jersey- bzw. Interlockware
  • “Longleg Panty” genannt, wenn das Hosenteil durch verstärkten Elasthananteil (Lycra) Miederfunktion
Mini-Slip
  • auch “Bikini-Höschen”
  • auf der Hüfte anliegende, schmal gestylte Slipform mit hohem Beinausschnitt
  • aus anschmiegsamen Jerseys oder Elasthan-Qualitäten (Lycra)
  • an den Seiten oft spitzenbesetzt
Pagen-Schlüpfer
  • taillenhoch sitzender Schlüpfer mit angedeutetem Bein
  • meist aus sich anschmiegenden Maschenstoffen wie Interlock und Jersey
Pantalons
  • knielange Schlüpfer mit breiten Spitzenabschlüssen
  • sind entweder in die Strumpfhose eingestrickt oder werden separat über Strumpfhosen gezogen
Rio-Slip
  • auch “Brasil-Slip”
  • an der Hüfte sitzende, ganz schmale Slipform
  • aus anschmiegsamen Jerseys bis dehnbaren Spitzenstoffen
  • nabelfrei und mit französischem Beinausschnitt gestylt
Taillen-Slip
  • auch “Lady Pants”
  • in der Taille sitzend mit gemäßigtem Beinausschnitt
  • aus anschmiegsamer Rundstrickware
Velo Pants
  • auch “Radlerhose” bzw. “Biker Pants”
  • dem Radrennsport modisch entlehnt
  • hauteng anliegende und bis zum Knie reichende Hosenform
  • aus Elasticmaterialien (Lycra-Badestoffe)

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Leggings

Leggings sind fußlose Strumpfhosen. Sie gehören über modische Farben, witzige Musterungen und originelle Drucke als aktuelles Accessoire modisch in ein DOB-Outfit integriert.

Dessous-Typ Leggings
Spaß am Muster: Leggings sind oft auffällig gestaltet.

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Miederwaren (außer BH)

Corsage
  • stützende und/oder formende Funktionen sind in meist trägerlose Oberteile eingearbeitet
  • lassen sich als schulterfreie Tops ideal zu “Corsage-Outfits” arrangieren
Culotte
  • französisch für taillenhoch sitzende und über die Hüftpartie eng anliegende Mieder- und Schlüpfer-Variante
  • je nach gewünschter Funktion mit elastischen Spitzen bzw. Elasthanstoffen (Lycra) verstärkt
Einteiler
  • erfüllen gleichzeitig Funktion des BHs und eines proportioniert formenden Unterteils
  • geschlossene oder offene Miedermodelle
  • unterschiedliche unsichtbare Lycra-Verstärkungen und Flächen-Konstruktionen individuell wählbar
Hüfthalter
  • im Schritt immer offen
  • sollen dank elastischer Aufmachung (Lycra) sowohl die Leib- und Hüftpartie formen als auch mit Strapsen die Strümpfe faltenfrei halten
Korsett
  • vereint in sich Miederfunktionen von Magenstütze und Hüfthalter mit Strapsen
  • unterschiedliche Elasthanstärken (Lycra) stehen zur Wahl
Korselett
  • vereint in sich Miederfunktionen von Büstenhalter, Magenstütze und Hüfthalter in einem Modell
  • leichte Elasthanteile haben nur korrigierende Wirkung
  • Hosenkorsett ist eine der vielen angebotenen Modellvarianten
Miederhose
  • formt die Leib- und Hüftpartie, evtl. auch die Oberschenkel
  • durch den Einsatz dehnbarer Materialien (Lycra) wird Körperbewegung nicht beeinträchtigt
Panty
  • mittelfunktionelles Unterteil
  • je nach Elasthan-Prozenteinsatz (Lycra) zwischen haltendem Schlüpfer bzw. Slip und formender Miederhose einzustufen
Torsolet
  • jugendliches Miederteil
  • liegt zwischen dem tiefgezogenen Korsett und einem verlängerten BH
  • reicht – in Schnittvarianten und mit reichlich Spitzenstoff besetzt – nabelbedeckend bis zum Hüftansatz

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Nachtwäsche

  • Baby Doll: von Jacques Griffe für Carroll Baker entworfen; kindlich-puppiges Kleidchen bzw. Nachthemdchen mit Ringsum-Falten, die bereits von der Schulter heraus und von da an weiter gehalten fallen
  • Negligé: Französisch für hochwertige, geschmackvoll abgestimmte Nachthemden mit Morgenüberwurf-Mäntel aus duftigen, oft transparenten Materialien
  • Shorty: geschmackvoll abgestimmter Zweiteiler (Top und passender Slip) aus duftigen Webstoffen

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Strumpfhalter

Der Strumpfhalter hat die Aufgabe, mit (meist abnehmbaren) Strapsen die Strümpfe glatt zu halten. Spitzenverziert ist er auch als „Tanzgürtel“ bekannt.

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Tanga

  • String-Tanga: dreieckiges Stoff- oder Spitzenteil in der Front, durch seitliche und rückwärtige elastische Bänder gehalten
  • Tanga-Slip: zwei dreieckige Stoff- oder Spitzenteile sind durch seitliche elastische Bänder verbunden

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Unterkleid

Das Unterkleid besteht meist aus Glanzviskose bzw. Satin mit Spitzenausputz an Dekolleté und Abschluss. Es wird gerne unter ungefütterten Kleidern getragen und bietet sich in drei verschiedenen Formen und Längen für verschiedene Wünsche an:

  1. Hemdröckchen = taillenlang
  2. Bodyshirt = schenkellang
  3. Halbrock = knielang

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Wäsche-Garnitur oder Wäsche-Set

“Wäsche-Garnitur” lautet oft die Branchenbezeichnung für zusammengehörende Unterhemden und Unterhosen, die als Zweiteiler meist auch preislich zusammen angeboten werden. Die Zusammengehörigkeit der Stücke zeigt sich an den folgenden Punkten:

  • Material
  • Farbe
  • Musterung
  • Styling
  • Spitzen-Aussage

“Wäsche-Set” lautet der neue Branchenbegriff, unter dem auch andere modisch aufeinander abgestimmte Zweiteiler vorgelegt werden – beispielsweise ein Bustier oder eine Brassière zu entsprechenden Slip-Interpretationen.

Unterwäsche-Set Wäsche-Garnitur
Passt – auch preislich: Als Wäsche-Garnitur werden den Kundinnen Ober- und Unterteil zusammen angeboten.

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Unterwäsche nähen für Profis: Konstruktionen, Anleitungen und Schnittmuster

Unsere Anleitungen, Schnittmuster und Konstruktionen für die unterschiedlichsten Dessous-Modelle bieten eine professionelle Hilfestellung, um traumhaft schöne Wäsche in perfekter Passform entstehen zu lassen. Die folgenden Absätze zeigen Beispiele für besondere Dessous und verweisen auf die besten Anleitungen und Schnittmuster dazu.

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Abendkleid oder Negligé: Schnittkonstruktion

Bei diesen Schönheiten entscheiden die Stoffe und Materialien, ob sie sich zu Negligés oder Abendkleidern entfalten. Zur Wahl stehen die folgenden Stücke:

  • langes Kleid mit Cut-Out
  • langes Corsagenkleid mit Hüftpasse
  • langes Kleid mit Kellerfalten

Wie du diese Belles de Nuit konstruierst, erfährst du hier.

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Body mit Hüftrüsche: Schnittkonstruktion

Mit den richtigen Stoffen und einer Hüftrüsche wird der geradlinige Body zum feinen Dessous-Teil und besonderen Lieblingsstück. Der Grundschnitt eignet sich außerdem dafür, zu weiteren Body-Varianten entwickelt zu werden:

  • Neckholder-Body mit Spitzeneinsatz
  • Jumpsuit mit Gabelabnäher
  • Jumpsuit mit Tailleneinsatz
  • Jumpsuit mit Cups und Taillengummi

Die Konstruktion für den Body-Grundschnitt erhältst du hier.

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Corsage: Schnittmuster

Corsagen stützen und formen. Sie eignen sich jedoch ebenfalls dafür, allein oder in Kombination mit einem Top zu einem figurbetonten Outfit gestylt zu werden. Je nachdem welchen Stoff man wählt, lassen sich unterschiedliche Effekte erzielen.

Hier findst du ein Buch mit Schnittmustern für Corsagen von Größe 34 bis 48.

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Mieder: Schnittmuster

Mieder lassen sich vielfältig gestalten und einsetzen, als Dessous oder als Oberteile von Kleidern – man denke nur an das Dirndl.

Ein Buch mit Schnittmustern für Trachtenmieder in den Größen 40, 44 und 48 findest du hier.

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3 Negligé-Varianten: Schnittkonstruktion

Wie vielfältig sich das Negligé gestalten lässt, zeigen unsere drei Varianten:

  • Neckholder-Negligé
  • kurzes Negligé
  • langes Negligé

Hier geht es zur Schnittkonstruktion für diese Negligés.

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Push-Up Underskirts: Schnittkonstruktion

Diese Form der Unterhose betont die weiblichen Formen: eine schlanke Taille und ausgeprägte Hüft- bzw. Gesäßlinie. Die Schnittführung ist inspiriert von den Teilungsnähten historischer Korsetts.

Wie man die Push-Up Underskirts konstruiert, erfährst du hier.

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Unterkleid: Schnittkonstruktion

Das Unterkleid lässt sich als Dessous oder als funktionale Wäsche gestalten, das Wichtigste dabei ist ein guter Grundschnitt.

Eine Basis-Schnittkonstruktion zum Unterkleid findest du hier.

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Wie Mode mit Erotik spielt: Die Geschichte der Dessous

Seit der Couturier Charles Frederick Worth seine Mode am Hofe von Napoleon III. zum ersten Mal von einem Mannequin vorführen ließ, haben sich Dessous und das Verständnis von Erotik schier zahllose Male gewandelt. Bewegungsfreiheit, feminine Eleganz, Luxus und jugendliche Verführung sind nur einige Schwerpunkte, die zugleich die Gegensätzlichkeit der Strömungen zeigen. Vorhang auf für die Geschichte der Dessous …

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1853: Charles Frederick Worth bereitet den Weg für Pariser Eleganz

Nach ihrer Vermählung mit Napoleon III. führte Kaiserin Eugénie die höfische Mode in Frankreich zu ihrem letzten Höhenflug. 1853 präsentierte die elegante Pauline von Metternich, Gattin des österreichischen Botschafters, der modebewussten Monarchin den englischen Couturier Charles Frederick Worth. Zum kaiserlichen Hofschneider ernannt, konnte der Modeschöpfer seinen exklusiven Kundenkreis ausbauen, wobei er seine Kreationen erstmals von einem Mannequin vorführen ließ. Dank der Unterstützung von Eugénie erhob Worth Paris zum internationalen Zentrum der Eleganz! Das führte 1868 zur Gründung der Chambre Syndicale de la Couture Francaise, die 1911 in “Chambre Syndicale de la Couture Parisienne” umbenannt wurde.

Die während dieser Epoche wachsende Beliebtheit des Büstenhalters bewirkte einen entscheidenden Wandel der Dessousmode. Die Hersteller lancierten im Schritt geknöpfte Spitzen-Hemdhosen, die eine große Bewegungsfreiheit erlaubten und bahnbrechende Erfindungen wie Reißverschlüsse, Latex oder Nylon öffneten der Mode neue Perspektiven. 1919 entdeckte auch die Filmindustrie in Hollywood die Bedeutung sinnlicher Impulse. Sie stattete ihre Stummfilme – ähnlich wie bei Modejournalen – mit allen Attributen der Verführung im Zeichen des Luxus aus.

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Ende des 19. Jahrhunderts: Mehr Formen dank Mieder, Polsterungen, Raffungen

In späteren Epochen akzentuierte man die Busenpartie durch oft gewagt tiefe Ausschnitte und markierte die Taille mit Hilfe eines eng geschnürten Mieders. Die Hüften wurden durch Polsterungen und Raffungen unterstrichen, während die Form der Gesäßpartie mit raffinierten Drapierungen, kunstvollen Faltenwürfen oder der modischen Tournüre eine neue Dimension erhielt. Die Mode des ausklingenden 19. Jahrhunderts betonte die frivole Ausstrahlung auch durch Frou-Frou-Unterwäsche aus kostbarem Spitzenstoff, schwarze Seidenstrümpfe und das kokette farbige Strumpfband. Diese modische Verführung wurde 1890 von Toulouse Lautrec im Pariser Moulin Rouge auf der Leinwand verewigt. Der Erste Weltkrieg beschäftigte viele Frauen in der Industrie und führte zu einer breitschultrigen Silhouette der Garderobe.

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1920: Stunde der Divas aus Hollywood

Um 1920 erschienen erstmals solche Traumwesen einer frivolen Scheinwelt auf der Kino-Leinwand, die in Erinnerung an römische Kaiserinnen “Diva” (Göttliche) genannt wurden. Hollywood beauftragte Künstler und berühmte Modeschöpfer mit dem Entwurf der verführerischen Kreationen. Viele dieser glanzvollen Kostüme wurden von der aufstrebenden Modeindustrie nachempfunden und kommerzialisiert – das Prêt-à- Porter de Luxe war geboren! Marlene Dietrich machte die androgyne Frau im Frack mit Seidenzylinder salonfähig und verführte die Kinobesucher in den vierziger Jahren als Vamp mit schwarzen Florstrümpfen und Strapsen. Später inspirierten berühmte Filmstars wie Greta Garbo, Zarah Leander oder Jeannette MacDonald dank ihrer koketten Kleidung die modische Entwicklung.

Marlene Dietrich in Dessous
Vamp mit Zylinder: Marlene Dietrich zeigte sich in den 1940er-Jahren androgyn in Dessous.

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1947: Christian Dior interpretiert die Verführung neu

Am 12. Februar 1947 präsentierte Christian Dior in Paris seinen legendären New Look mit einer Kleiderlänge 31 cm vom Boden, glockiger Weite, einer schlank gezeichneten Taille und natürlich modellierter Schulterpartie. Seine jugendlich beschwingte und zugleich betont feminine Silhouette repräsentierte eine diskret interpretierte modische Verführung. Dann gab Marylin Monroe dank ihren hautengen Kreationen der verführerischen Weiblichkeit neue Impulse und ging als Symbol der Verführung in die Modegeschichte ein.

Ebenfalls nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erfand Coco Chanel mit dem kniefreien Charleston-Look und lackiertem Bubikopf die vestimentäre Erotik in neuer Form. Sportliche Einflüsse hatten diese Ausstrahlung bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gedämpft. Der New Look von Dior plädierte 1947 für eine gepflegte feminine Eleganz, die durch die hohe Schneiderkunst von Yves Saint Laurent und dank der extravaganten Handschrift von Jean-Paul Gaultier neue sinnliche Impulse erhielt. Der moderne Lebensstil des beginnenden 21. Jahrhunderts war auf entsprechende modische Themenwelten angewiesen, zu denen auch die erotische Ausstrahlung der eng anliegenden querelastischen Jeans gerechnet werden muss.

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1960er-Jahre: Alta Moda, Mini und Jeans Fashion

Die sechziger Jahre vermitteln auch der Alta Moda Italiana Auftrieb. Große Modeschöpfer in Florenz, Rom und Mailand arbeiten mit den Filmstudios der Römer Cinècittà zusammen – eine ideale Plattform für die Präsentation dieser verführerischen Modelle in raffinierten Farbkombinationen und kostbaren Materialien, welche von Leinwand-Stars wie Sophia Loren, Gina Lollobrigida oder Anna Magnani zum Welterfolg geführt werden. Nach 1960 erobert die revolutionäre Mini-Mode das Straßenbild. Amüsante Fashion-Trends von Mary Quant oder der frivole Look von Twiggy bringen Swinging London und Carnaby Street ins internationale Rampenlicht. Auch Paris macht dank den kurzen “geometrisch” wirkenden Kleidchen von André Courrèges modische Schlagzeilen. Die in den fünfziger Jahren erstmals von Brigitte Bardot im Film vorgestellten Blue Jeans werden zum Ausdruck des modernen Lebensstils der protestierenden Jugend: Die indigoblauen Modelle mausern sich zur obligaten Alltagskluft mit Sex Appeal!

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1970er-Jahre: Punks, Yuppies und der Denver Clan

Das hektische Mode-Karussell päsentiert in der Folge einen Gammler-Look mit verwaschenen Jeans, schäbig wirkenden Pullis und plumpen Tennisschuhen, eine typische Antimode im Zeichen des Konflikts der Generationen. 1977 schockieren die Punks mit Blousons und Hosen aus schwarzem Leder sowie buntgefärbten Frisuren. Diese modische Dekadenz wird von der lässig interpretierten Eleganz der Yuppies verdrängt.

Dieser gepflegte Kleiderstil inspiriert die Modemacher zu neuen Experimenten, welche auch auf der Kinoleinwand erscheinen. Filme wie “Whitness” mit Harrison Ford oder “Amadeus” brillieren mit attraktiven Kleidern oder Hüten, während Meryl Streep im Streifen “Out of Africa” als Trendsetter für den Safari- oder Farmerlook mit leicht abgeschwächter Erotik auftritt. Auch die modische Beeinflussung von Fernseh-Serien wie Dallas, Denver oder Dynasty darf nicht unterschätzt werden. Catherine Oxenberg posiert im “Denver Clan” in einem knapp sitzenden Tanga, während Heather Locklear dank ihren hochgeschlitzten Jogging-Höschen oder kecken Beach-Modellen gewagte Einblicke in intime Sphären erlaubt. Modischer Gegenpol ist das Hollywood-Biest Joan Collins im perfekt geschnittenen Tailleur und raffiniertem Make-up.

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Ende des 20. Jahrhunderts: Der Mythos der Erotik lebt weiter

Das ausklingende 20. Jahrhundert verdient dank Kollektionen im Zeichen von Haute Couture oder Prêt-à-Porter de Luxe besondere Erwähnung. Dies ist in erster Linie die Drapierkunst des im Sommer 2007 verstorbenen Yves Saint Laurent zu verdanken, weitere für diese Entwicklung bedeutende Namen sind:

  • Vivienne Westwood
  • John Galliano/Dior
  • Karl Lagerfeld/Chanel
  • Alexander McQueen/Givenchy
  • Versace
  • Valentino
  • Hanae Mori

Ihre verführerischen Modelle haben eleganten Frauen erlaubt, sich mit einem individuellen Stil zu identifizieren, der Wünsche und Sehnsüchte weckt. Ein psychologischer Mechanismus, der neben rationellen Ansprüchen auch das irrationale Wunschdenken erfüllt! Fazit: Jede modische Inszenierung ist entsprechend auf den Mythos der Erotik ausgerichtet.

Artikel unter Verwendung eines Beitrags von José Warmund-Cordelier.
Letzte Aktualisierung 04.06.2019.