Produkt: Download M. Müller & Sohn - Schnitt-Technik - DOB - Hosenanzüge
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In diesem E-Dossier finden Sie Anleitung zur Schnittkonstruktion von zwei verschiedenen Hosenanzügen. Diese können beliebig miteinander kombiniert werden.

Passformfehler – Zu viel Länge im Gesäßbereich

 

(Bild: © CATWALKPIX.COM)

 

Aufgrund von Reihenmessungen entwickelte Berechnungsformeln bieten die Möglichkeit, ein Modell nach wenigen Grundmaßen unter Berücksichtigung der Figur und Körperhaltung der Kund*innen zu entwickeln. Und doch sind die Probleme bei der Anfertigung eines hochwertigen Kleidungsstückes so vielfältig, dass kleinere oder größere Mängel oft unvermeidlich sind.  Hier zeigen wir am Beispiel einer Hose wie Fehler behoben und die Passform optimiert werden kann. Bei der gezeigten Hose ist zu viel Länge im Gesäßbereich, wodurch unschöne Falten im Schritt und Gesäß an der Hose entstehen. Mit ein paar einfachen Tricks ist des zu vermeiden.

Dieser und weitere Passformfehler werden in dem Fachbuch “Passformfehler” behandelt.

DOB & HAKA Passformfehler

In diesem auf eingehender Praxiserfahrung basierenden Fachbuch seht ihr anhand zahlreicher Beispiele für Damen und Herrenbekleidung, wie häufige Passformfehler einfach und sicher beseitigt werden können. (Neuauflage 2021)

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Passformfehler – Zu viel Länge im Gesäßbereich

 

Passformfehler

➜ Bei der Hinterhose staut sich die Länge unterhalb vom Gesäß.
➜ Bei der Schnittkonstruktion wurde die Gesäßnaht an der Hinterhose zu schräg gestellt.

 

Fehlerursache

Bei dieser Damenhose zeigt sich im Gesäßbereich eine sehr reichliche Länge, die nicht schön aussieht. Hier wurde in der Schnittkonstruktion die Hinterhose bzw. die Gesäßnaht zu schräg gelegt und dadurch eine zu große und unnötige Länge verursacht. Mit der Platzierung der Gesäßnaht wird die Lage des oberen Hinterhosenbereichs und damit die Länge der Gesäßnaht beeinflusst.

 

Lage der Gesäßnaht

Gezeigt wird die schnitttechnische Änderung der Hinterhose für die Behebung eines Passformfehlers. Darstellung der Schnittkonstruktion für die Schräge oder gerade Stellung der Hinterhose.
Durch diese Änderung ergibt sich ein günstiges Passformbild.

 

Die Kriterien für die Lagebestimmung sind die Gesäß- und die Modellform sowie der Bequemlichkeitsbedarf und das verwendete Material.

  • Die Abbildung zeigt, worauf bei der Schnittkonstruktion zu achten ist. Wenn die Gesäßnaht mehr in Richtung zur Mittellinie liegt, ist die Hinterhose schräger gestellt, umgekehrt verhält es sich in entgegengesetzterRichtung. Die gestrichelte Linie zeigt die richtige Schräglage an, die bei dieser Figur erforderlich ist. Je schräger die Gesäßnaht, desto länger der Gesäßbereich.
  • An der Seitennaht der Vorderhose werden von der Leibhöhenlinie 3–5 cm nach oben gemessen (Pkt. 27). Mit dieser Messung wird die Schräglage der Gesäßnaht an der Hinterhose beeinflusst. Je größer der Messbetrag, desto gerader wird die Gesäßnaht.
  • Durch die Hinterhosenbruchverlegung wird ebenso eine geradere Hinterhose mit einem glatteren Sitz in der Gesäßpartie erreicht. Die Hinterhosenbruchverlegung beträgt 1–2 cm an der Gesäßhöhenlinie der Vorderhose (Pkt. 25).
  • Vom Hinterhosenbruch wird bei einer Normalfigur 1/4 Hinterhosenbreite nach rechts gemessen (Pkt. 26). Die Punkte 27 und 26 mit einer Geraden verbinden. Von dieser Linie an Punkt 26 eine Winkellinie nach oben ziehen (Gesäßnaht).

 

Schnittabänderung

Wenn bei der Schnittaufstellung eine Hinterhose zu schräg gelegt ist oder es die Figur der Kundin erfordert, dann kann das Modell nach dieser Skizze abgeändert werden.

  • Die Hinterhose an der Gesäßhöhenlinie einschneiden. Die Schnitteile an der hinteren Mitte ca. 2–3 cm kneifen und im Verlauf bis zur Seitennaht übereinanderlegen. Durch diese Änderung wird die Gesäßnaht gerader gestellt.

 

Beseitigen der Passformfehler

Gezeigt wird die schnitttechnische Änderung der Hinterhose für die Behebung eines Passformfehlers.
Durch Einschneiden und Übereinanderlegen der Schnittteile von der hinteren Mitte bis zur Seitennaht kann die Hose nachträglich gerader gestellt werden.

 

Bei der fertigen Hose ist folgende Änderung notwendig. Die Gesäßnaht wird nach oben um 2–3 cm erweitert, also gerader gestellt, wie auch die Abbildung erkennen lässt. Um die gleiche Bund- oder Taillenweite beizubehalten, ist der an der Gesäßnaht erweiterte Betrag an der Seitennaht bogenförmig abzunehmen. Außerdem wird die Bundhöhe an der Gesäßnaht um ca. 1–2 cm gekürzt und im Verlauf bis zur Seitennaht tiefer gelegt.

Produkt: Download M. Müller & Sohn - Schnitt-Technik - HAKA - Relaxed Pants
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In diesem E-Dossier findet Ihr Anleitungen zur Schnittkonstruktion für verschiedene Casualhosen für Herren.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Vielen Dank für diese wichtigen Passform-Änderungen bei der Hose.
    Freundliche Grüsse
    Luzia Hörler

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. Ich bin gelernte Herrenmassschneiderin, es ist zwar schon 50 Jahre her, dass man lernt nie aus. Danke für den Hinweis..Ich muss dazu sagen, dass ich nie mit der Schnittführung in Kontakt gekommen.

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      1. Liebe Frau Hörler,
        Schön, dass Ihnen der Beitrag gefallen hat! Wir vom M. Müller& Sohn Team arbeiten mit unseren Beiträgen im Magazin und auf der Website daran, die vielen spannenden und innovativen Aspekte dieses traditionellen Handwerks zu präsentieren und somit lebendig zu halten. Viel Spaß bei der weiteren Lektüre wünscht
        Ihr M. Müller & Sohn Team

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