Produkt: Atelier – Fachwissen aus der Praxis 1
Atelier – Fachwissen aus der Praxis 1
Atelier – Fachwissen aus der Praxis 1

Taschen nähen

 

(Bild: © CATWALKPIX.COM)

Nicht ohne meine Tasche – Wer sich mit dem Thema „Taschen“ intensiver befasst, erkennt, welch interessantes Spektrum sich auftut. Die Vielfalt liegt nicht nur in der Modellgestaltung, sondern auch im Verwendungszweck. Beliebt und unverzichtbar wie der Brautstrauß ist das Brauttäschchen. Aus dem Material des Kleides gearbeitet, wird es meist, von den Blumen verdeckt, am Handgelenk getragen.

Es ist unauffällig, gibt Platz für ein Taschentuch, Lippenstift und Kleinstutensilien. Das Brillen- und Handytäschchen kann aus dem Material der Garderobe gefertigt sein. Materialbedingt oder entsprechend ausgestattet macht es auf sich aufmerksam. In schlichter Ausführung versteckt es die oft unbeliebte Brille, auch ein Opernglas kann darin Platz finden. Ohne die vielen klassischen Taschen zu erwähnen, bleiben all die Varianten für Freizeit, Sport und Reisen.

Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Fachbuch Atelier – Fachwissen aus der Praxis Teil 1.

 

 

Brillen- oder Handytäschchen

Dem Obermaterial angepasst die Einlage wählen und fixieren. Zuerst zwei Teile zusammennähen und danach die beiden  Taschenhälften durchgehend schließen. Nähte auseinanderbügeln. Als Verschluss dienen Schlaufen aus Schlauchblenden oder Hohltresse. Die auf den gebügelten Nähten angebrachte Tresse kann gleich in eine Schlaufe übergehen. Sie wird zunächst nicht bis zum Rand festgenäht. Es bleibt eine Schlaufe stehen und nur das Ende wird in die Naht eingearbeitet. Die Anzahl der Schlaufen dazwischen bestimmen die Abstände.

Am Futter, ebenfalls in 4 Teilen zugeschnitten, die Nähte schließen und verstürzen. Dazu legt man Tasche und Futter rechts auf rechts, steppt die obere Kante nahtbreit durch, lässt zum Wenden ein Stück offen und zieht die Tasche durch. Verbleibende Öffnung von Hand zunähen. Aus Schlauchblenden werden die beiden Henkel gefertigt. Auch hier entscheidet das Material die Einlage der 3,5 cm breiten und 40 cm langen Schrägstreifen. Für die Haltbarkeit ist eine gewebte, jedoch weiche Einlage zu empfehlen (z.B. G 785 von Vlieseline).

 

Die Abbildung zeigt den Schnit und das fertige Brillen- oder Handytäschchen.

Der Zuschnitt besteht aus 4 gleichen Teilen: Höhe 25 cm, Breite 6 cm. Bei einer Länge von 20 cm einen flachen Bogen nach unten zeichnen.

 

Die Abbildung zeigt das fertige Brillen- oder Handytäschchen.

Schlauchblenden von zwei gegenüberliegenden Seiten in die Schlaufen einziehen. Die Enden versäubern und zu zwei Ringen binden. Den unteren Abschluss schmückt eine Quaste, gefertigt aus schwarzem Perlgarn und Silberfaden.

 

Brauttäschchen und Beuteltasche

Das Foto zeigt die fertig genähte Beuteltasche.

Je nach Oberstoff kann eine Einlage eingearbeitet werden. Ist das Material mit Futter blickdicht (weiß?), sollte man auf Einlage verzichten. So bleibt das Täschchen weich und leicht. Beim Zusammennähen der Oberstoffteile die Nähte 2 cm unter der oberen Kante 1,5 cm offen lassen. Diese Öffnungen dienen dem Tunnel. Hier müssen die Nahtzugabe versäubert und die auseinandergebügelten Nähte angesäumt werden.

Die Futternähte werden ganz geschlossen. Beide Beutel rechts auf rechts ineinander legen und am oberen Rand nahtbreit zusammensteppen. Zum Wenden einige Zentimeter offen lassen. Nach dem Wenden die Naht von Hand schließen. 2 cm unter der Oberkante, an der Öffnung der Naht beginnend, Oberstoff und Futter aufeinander nähen. Um einen Tunnel zu erhalten, wird 1,5 cm weiter unten nochmals durchgesteppt.

 

Das Foto zeigt die Schnittkonstruktion einer Brauttäschchen und Beuteltasche.

Alle Maßangaben für das Brauttäschchen und den etwas größeren Beutel sind auf der Schnittzeichnung ersichtlich. Der Beutel besteht aus drei Teilen. Oberstoff und Futter in gleicher Größe. Alle Teile sind fadengerade.

 

 

Das Foto zeigt die fertig genähte Beuteltasche.

Schlauchblenden, ca. 50 cm lang, aus Schrägstreifen des gleichen Materials gefertigt, sind optimal. Natürlich kann auch eine Kordel Verwendung finden. Schlauch oder Kordel bei einer Öffnung einziehen, rundum führen und neben der ersten Öffnung wieder nach außen gehen. Den zweiten Schlauch von der anderen Seite einziehen. Die Schlauchblenden zusammenknoten. So kann man die Tasche bequem schließen und öffnen.

 

 

Das Foto zeigt die fertig genähte Beuteltasche mit Kordel.

Die Schlauchblenden werden waagerecht abgeschnitten, die Schnittkanten nach innen geschoben und hohl zugenäht. Wird die Schlauchblende 1 cm dahinter mit Garn umwickelt, erhält sie einen dekorativen Abschluss.

 

 

Das Foto zeigt die fertig genähte Beuteltasche.

 

 

 

Badetasche

Das Foto zeigt die fertig genähte Badetasche.

 

 

Sportlicher Zylinderbeutel

Das Foto zeigt den fertig genähten Sportlichen Zylinderbeutel

 

 

 

 

Produkt: Download Schnittmuster Trachtenmotive und Applikationen
Download Schnittmuster Trachtenmotive und Applikationen
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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Danke für die Tipps, wie man Taschen selber näht. Meine Tante näht gerne alles selber und ist echt sehr gut darin. Sie wünscht sich zu Weihnachten eine Ledertasche für Frauen. Ich habe auch überlegt, die für sie selber zu machen.

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    1. Lieber Herr Bäcker, das freut uns sehr zu hören. Tipps zur Verarbeitung von Leder finden Sie in dem Beitrag “Leder Verarbeitung – Tipps & Tricks. Wir wünschen Ihnen und ihrer Familie schöne Weihnachtstage und viel Spaß beim Nähen.

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