Produkt: Atelier – Fachwissen Herren
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Die Geschichte des Reißverschlusses

(Bild: © CATWALKPIX.COM)

1851: Elias Howe, USA, erhielt ein erstes Patent betreffend einer Schließvorrichtung, die aus zwei Verstärkungen bestand, welche an den Stoffkanten, die miteinander verbunden werden sollten, angenäht wurden. Kleine Klammern aus Metall umschlossen die Wülste, auf denen die Klammern in Längsrichtung verschiebbar waren.

 

Die Klammern selbst waren wiederum an einem schmalen Baumwollband befestigt, so dass zwischen den Laschen ein zweifingerbreiter Abstand war. Zog man nun mit dem Baumwollband die Laschen auseinander, wurde das Kleidungsstück geschlossen. Schob man die Laschen wieder zusammen, dann öffnete sich das Kleidungsstück. Diese Idee kann man als ersten Ansatz zur Verwirklichung des Reißverschlusses bezeichnen.

1890: Bereits 1890 erfand Max Wolff, Moskau, den uns allen bekannten Spiral-Reißverschluss. Verbreitung fanden diese Reißverschlüsse mangels geeigneter Materialien jedoch erst ab den 1950er Jahren, nachdem man Nylon-Spiralen statt solcher aus Stahl oder Metall verwendete.

 

 

1893: Whitcomb Judson, New York, präsentierte seinen Hakenverschluss, welcher als der „erste Reißverschluss“ bezeichnet wird. Da diese Verschlüsse mehr auf als zu gingen und weil sie nahezu so teuer waren wie die zu verschließenden Objekte, war der Absatz außerordentlich gering.

 

 

1908: Der Schwede Gideon Sundback brachte in den USA seinen ersten Reißverschluss unter dem Namen „Modell Plako“ auf den Markt. Der Erfolg stellte sich wiederum nicht ein – die Reißverschlussinteressenten hatten die bisherigen Erfahrungen mit den früheren Verschlüssen nicht vergessen.

 

1911: Eine Wendung in der Entwicklung des Reißverschlusses hätte ein Patent bringen können, welches 1911 in der Schweiz von Frau Catharina Kuhn-Moos und Herrn Henri Forster angemeldet wurde. Tatsächlich wurde hier eigentlich der klassische Reißverschluss geboren. Nicht nur, dass die im Patent zeichnerisch dargestellten Reißverschlussglieder in ihrer Grundform heute noch überwiegend verwendet werden, auch der Schieber zeigt schon die Grundform, welche heute noch, natürlich mit entsprechenden Verfeinerungen, Verwendung findet. Weder die Erfinder selbst noch andere, die sich für das Patent interessierten, hatten den tatsächlichen Wert dieser Erfindung erkannt. Da sich nun niemand fand, eine Lizenz oder das Patent selbst zu erwerben, verfiel das Patent nach einigen Jahren.

 

 

1912: Eine bahnbrechende Weiterentwicklung erfolgte wiederum durch Sundback. Ob und wieweit das Kuhn-Moossche Patent hierbei von Einfluss war, ist nicht feststellbar. Der Kernpunkt der Verbesserung lag darin, die Klötzchen des Kuhn-Moos-RV’s durch aus einem Metallband gestanzte Lamellen zu ersetzen – heute noch werden die klassischen Metall-Reißverschlüsse nach diesem Verfahren gefertigt.

 

 

1924: Als erstem gelang es dem St. Gallener Erfinder Dr. Martin O. Winterhalter einen guten Reißverschluss herzustellen, ohne die Patente Sundbacks zu verletzen. Sein Rinne-Rippe Patent gab die Basis zum Start seiner Unternehmungen in Deutschland und in mehreren europäischen Ländern unter dem Namen ri-ri. Seine große Pionierarbeit bestand darin, dass er erstmals Verschlusstypen konstruierte, die sich serienmäßig herstellen ließen. Ebenso entwickelte und baute er die Maschine zu deren Fabrikation.

 

1929: Eine der bedeutendsten Neuerungen auf dem Reißverschlussgebiet war die Erfindung des Druckgießverfahrens zur Herstellung gespritzter Ketten aus Kunststoff und Metall. Dieses Verfahren entwickelt zu haben ist ein Verdienst der riri-Werke.

 

1936: Winterhalter kehrt wegen der politischen Verhältnisse in Deutschland wieder in die Schweiz zurück und gründet in Mendrisio die Firma riri.

 

1945: Rationalisierung wurde zum alles beherrschenden Schlagwort. Zunehmend werden Metall-Reißverschlüsse im „DaB“ (Draht auf Band)-Verfahren hergestellt. Hierzu werden in einem einzigen Fertigungsschritt aus einem Draht die Krampen ausgestanzt und zugleich auf das Stoffband gepresst. DaB-Verschlüsse weisen zumeist eine raue Oberfläche auf. Die riri-Metall-RV werden immer noch im sehr aufwendigen, klassischen Verfahren hergestellt. Bevor die Krampen auf das Band gepresst werden, wird ihre Oberfläche poliert und mit einer galvanischen Behandlung versehen (edle Optik, keine rauen Kanten, überragende Oberflächengüte).

 

Bis heute: Die verschiedenen Reißverschlusstypen werden stetig weiterentwickelt. Ab 1950 treten die Spiral-Reißverschlüsse ihren unaufhaltsamen Siegeszug an. Kunststoffe werden immer wichtiger. In vielen Bereichen erweisen sie sich in puncto Festigkeit und Wirtschaftlichkeit als beste Wahl. Seit den 1980er Jahren werden Baumwollbänder zum größten Teil durch synthetische Bänder ersetzt. Nickel wurde in den 1990er Jahren aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen durch alternative Materialien ersetzt. Die Bedürfnisse der Modebranche erfordern hauptsächlich im optischen Bereich stets neue Entwicklungen. Formschöne Laschen, verschiedene Metalloberflächen oder spezielle Bänder werden immer wichtiger. Durch die Entwicklung von spritzwasserdichten Reißverschlüssen und anderen HighTech Materialien revolutioniert sich die Outdoor-Bekleidung. Anstelle von aufwendigen Überlappungen werden wasserdicht beschichtete Reißverschlüsse sichtbar eingenäht, geklebt oder geschweißt. schweißt. riri entwickelt den AquaZip auf Basis eines Kunststoffzahn-Reißverschlusses. Weiterhin kommen laufend optische oder technische Verbesserungen von verschiedenen Herstellern auf den Markt.

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